Mittwoch, 24. August 2016

...von Wegen und Arten der Fortbewegung


Von Katharina Schussmueller und David Schretzmayer

Wir wissen: Thailand ist ein großes Land und es gibt hier unendlich viel zu sehen und zu unternehmen.

Während unserer zweiwöchigen Exkursion haben wir insgesamt sehr weite und viele verschiedene Wege zurückgelegt und das mit den unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln.

Wir starteten unsere Exkursion direkt mit einem Flug von Bangkok nach Chiang Mai.

 
 
In der Region um Chiang Mai legten wir zahlreiche Kilometer mit drei, extra für uns gemieteten, Minivans zurück. Diese Minivans waren für uns mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Sie wurden zum Unterhalten, Snacken und Schlafen genutzt und wurden so allmählich zu unserem zweiten Zuhause.

Den Weg ins Karendorf legten wir sehr spektakulär zurück .Wir wurden jeweils zu 6. auf die Ladefläche eines Trucks verfrachtet und holperten so kilometerlang durch den Dschungel. Die Fahrt hätte jede Attraktion in einem Freizeitpark getoppt.

Für unsere Weiterreise von Chiang Mai in Richtung Süden nach Ayutthaya hieß es nun Abschied nehmen von unserem zweiten Zuhause. Es geht weiter mit dem Zug!

Beim Einsteigen wunderten wir uns zunächst, wieso denn alle Fahrgäste so verhüllt in ihren Sitzen kauerten – schnell merkten wir aber den Grund und taten es umgehend den anderen gleich. Die Klimaanlage gab mal wieder alles um uns vorzutäuschen nicht in Asien, sondern in Sibirien zu sein. Gott sei Dank kam ab und zu eine Dame vorbei und gab den frierenden Gästen Tee und Kaffee zum Aufwärmen. Die Aussicht während der Zugfahrt war gigantisch und wir überbrückten die lange Fahrt mit Skippo, Uno, Gesang und Schlaf.

Als wir nach 10 Stunden aus dem Zug stiegen und uns dank den vorherrschenden Temperaturen wieder daran erinnerten, dass wir ja doch in Asien und nicht in Sibirien sind, sahen wir draußen vor dem Bahnhof schon wieder unsere vertrauten mobilen Schlafwagen aka. Minivans bereit, die uns die nächsten drei Tage in Ayutthaya begleiten sollten.

Von Ayutthaya aus sollten wir dann per Boot nach Bangkok weiterreisen.  Die Vorstellungen über „das Boot“ gingen im Vorhinein weit auseinander, denn in Thailand kann man mit allem rechnen. Von Ruderboot, über Fischerboot zu Fähre war alles dabei.  In Wirklichkeit saßen wir dann aber in einem, für unsere Verhältnisse, ziemlich luxuriösen Dampfer, aßen Shrimps und frische Früchte vom Buffet und sonnten uns mit kühlen Getränken auf dem Deck.


Als hätten wir nun nicht schon die verschiedensten Fortbewegungsmittel genützt, ging es in Bangkok erst richtig los.

Wir hatten die verschiedensten Termine in und um Bangkok herum und leider konnte es nicht vermieden werden auch ab und zu während der Rush-Hour unterwegs zu sein. Gott sei Dank hatten wir wieder unsere mobilen Schlafwagen, die uns das stundenlange Warten im Stau sehr angenehm bereiteten.
 

 
 
 

Des Weiteren fuhren wir in Bangkok noch per Boot durch den Kanal, per Fahrrad durch einen Park und mit dem Skytrain durch das CityCenter.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Nachteulen nutzten außerhalb des Exkursionsprogrammes Taxis und Tucktuck zum Transport zwischen Stadt und unserer Unterkunft. Gut dass es in Thailand kein Problem ist auch mal zu siebt im Taxi zu sitzen, sonst hätte vielleicht mal jemand nicht Hause gefunden.

Es stellt sich nun die Frage ob es überhaupt noch ein Fortbewegungsmittel gibt welches wir während unserer 14-taegigen Exkursion nicht genutzt haben?

Mittwoch, 3. August 2016

Das beste kommt zum Schluss...

Katharina Schussmüller & David Schretzmayer

Von Mangrovenwälder über Affen....ein spannender Tag
Am letzten Tag unserer Exkursion reisten wir in den Süden von Bangkok, an die Küste des Golfs von Thailand. Dort besichtigten wir ein Wiederaufforstungsprojekt für Mangrovenwälder. Mangroven sind Pflanzen die in einem speziellen Ökosystem leben. Sie verfügen nämlich über das Talent in Gebieten zu überleben, die von Gezeitenfluten betroffen sind. Deshalb war es für uns sehr spannend diese speziellen Wälder zu sehen, da wir in Österreich solche Wälder nicht haben. Vorort erhielten wir eine kurze Einführung in das Projekt. So erfuhren wir, dass der Wald, so wie wir ihn sehen konnten, lediglich 1% der Fläche beträgt im Vergleich zu der Fläche vor 50 bis 60 Jahren. Eine Treibfeder des Rückgangs war u.a. die Förderung von Aquakulturen in den 1970er Jahren, die zur Abholzung vieler Mangrovenwälder geführt hat. Das Fehlen von Mangrovenwäldern hat starke langfristige Konsequenzen für die Küstengebiete, da die Landoberflächen damit ungeschützt gegenüber Wind und Wasser sind und Küstenerosion befördert.

Der Dorfchef, der sich auch um das Wiederaufforstungsprojekt kümmert, berichtete uns, dass in seinem Dorf 10 Haushalte wegen der Küstenerosion umgesiedelt werden mussten. Die ansässigen Dorfbewohner alamierte dies und sie entschieden sich etwas dagegen zu tun. Mit finanzieller Unterstützung der Regierung errichteten die Bewohner ein System aus Bambuswellenbrechern zum unmittelbaren Schutz vor der Küstenerosion. Die Wellenbrechern – eine Art der Küste in mehreren Ringen vorgelagerter Bambuszaun – werden aus 5 Meter langen Bambusstangen errichtet. Neben der Reduzierung der Wucht mit denen die Wellen auf die Küste treffen, fördern die Bambuswellenbrechern zusätzlich noch die Küstennahe Sedimentation. Hinter diesem “Schutzwall” erfolgt die Aufforstung mit Mangrovenbäume, mit deren Hilfe auch langfristig die Küste geschützt werden soll. Diese Bäume haben ein ausgeprägtes Wurzelwerk, in welchen ein eigenes Ökosystem für sich lebt.

Im Nachhinein ist man immer....überzeugter 
Der Dorfchef erzählte uns, dass anfangs nicht alle Dorfbewohner für die Wiederaufforstung und dem Schutz der Mangrovenwälder waren. Heute sind jedoch alle davon überzeugt. Viele Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen konnten sogar die Arbeit in den Fabriken aufgeben und bei der Errichtung des Walls und Aufforstung mitarbeiten, wo sie sogar mehr verdienen als zuvor. Einige arbeiten auch als Fischer, denn durch die Mangrovenbäume sind heute mehr Fische in dem Gebiet als zuvor. Das Ökosystem in den Wurzeln der Bäume bietet nämlich viel natürliches Futter für sie, wodurch einige, sogar als lokal ausgestorben geglaubte, Arten zurückgekehrt sind.

Richtige GeographInnen müssen auch tief in den Schlamm
Einige Mutige die gern im Schlamm spielen und Mangrovenbäume pflanzen

Nach diesen ersten Informationen ging es für uns dann zum praktischen Teil des Tages: der Pflanzung von Mangrovenbäumen. Dazu mussten wir selbst in den tiefen, sehr tiefen Schlamm. Manche von uns sanken tiefer als andere, jedoch kamen wir alle wieder heraus. Es war ein sehr eigenartiges Gefühl im Schlamm zu gehen. Wir erfuhren jedoch dadurch auch, wie anstregend diese Arbeit ist. Nach einer wirklich nötigen Reinigung unserer Füße und einer Stärkung durch ein leckeres Mittagessen machten wir uns noch auf eine Rundwanderung durch den Mangrovenwald, wo wir am Abschluss auch auf Affen stießen, welche uns zum Glück freundlich gesonnen waren.
Bi


Das ¨weiße Gold¨
Als letzte Station des Tages besichtigten wir noch eine Salzfarm. Diese Farm war als Genossenschaft von mehreren kleineren Salzbauern organisiert. Die Leiterin der Genossenschaft versetzte uns zu Beginn gleich einmal in Staunen, als sie uns sagte, dass sie pro Jahr über 150 Tonnen produzieren. Im Gegensatz zum österreichischen Minensalz produzieren die Menschen in der Trockenzeit des Jahres hier Meersalz. Zur Gewinnung des Salzes verwenden die Menschen eine Technik, welche seit über 100 Jahren von Generation zu Generation tradiert wird. Dazu leiten sie das Meerwasser auf dafür eigens angelegten Felder, fünf an der Zahl, welche sie uns auch zeigte. Diese Felder benötigen einen Gleyboden, um eine optimale Kristalization zu gewährleisten. Von Feld zu Feld steigt die Konzentration bis schließlich beim fünften Feld die reinen Salzkristalle übrig bleiben. Die Genossenschaft produziert das Salz in drei unterschiedlichen Qualitäten, bedingt durch die jahreszeitlich bedingte Qualitätsunterchiede des Meerwassers.
Begutachtung der Salzkammer - inklusive Kostprobe

Auf die Frage, an wem sie das gewonnene Salz verkaufen, antwortete sie sowohl an Privatpersonen und Firmen. Sogar die Schlacke die auf den Feldern den Boden bedeckt, verkaufen sie an Bauern in der Umgebung, da es sich hierbei um hochwertiges Düngemittel handelt.
Anschließend merkte sie an, dass sie sehr froh ist, dass die Mangrovenwälder wieder aufgeforstet werden, da die Qualität des Meerwassers seitdem gestiegen ist, wodurch auch das Salz, dass sie produzieren besser wird. Das ließ uns auch erstaunen, da es uns verdeutlicht, wie verschränkt verschiendenste Dinge in der Umwelt sind und wie unbemerkt der Mensch in dieses Eingreifen kann, gewollt oder nicht. Nach einer kleinen Stärkung bei der Salzfarm, machten wir uns wieder auf den Weg.

Noch einmal ¨Touri¨ sein 
Zum Abschluss unseres letzten Exkursionstages und damit auch unseres gemeinsames Aufenthaltes in Thailand, besuchten wir noch einen Flooting Market in Bangkok. Eine der beliebtesten touristischen Attraktionen des Landes. Nachdem wir einen künstlich angelegten Flooting Market in Ayutthaya besucht hatten, waren wir doch sehr erstaunt, als wir ein ¨Original¨ besichtigten. Denn hier waren größere Menschenmassen unterwegs und es gab nicht nur die ¨typischen¨ Touristenwaren zu kaufen, sondern auch Lebensmittel und anderes Alltägliches.
So war diese letzte Station der Reise ein Erlebnis auf zweifache Weise, zum einen durch die Massen hindurchzukommen und zum anderen die Dinge die man zu sehen bekam.

Das ¨letzte Abendmahl¨ 
Nach diesen vielen Informationen und Eindrücken die wir an diesem Tag bekamen, benötigten viele auf der zweistündigen Heimreise ein kleines Nickerchen. Als wir dann am Hotel ankamen, konnten es viele nicht wirklich begreifen, dass es das war, das Ende der Reise. Alle hatten diese gemischten Gefühle, Freude und doch auch Traurigkeit. Denn auf der einen Seite waren wir alle froh, dass diese doch anstregenden zwei Wochen, in der wie viele Eindrücke, Gefühle und Informationen gesammelt haben, geschafft waren, doch auf der Andererseits auch Traurig darüber, da man sich in dieser Zeit angefreundet hat und viele tolle Ereignisse gemeinsam erlebt hat, die man so schnell nicht vergessen wird. Deshalb gingen wir nocheinmal alle gemeinsam zum Abschlussessen, welches von Petra liebevoll ¨letztes Abendmahl¨ genannt wurde. Denn noch in dieser Nacht hatten viele ihre Heim- oder Weiterreise angetreten. So trennten sich am letzten Exkursionstag unsere Wege.

One day at Sri Nakhon Khuean Khan Park


The green oasis of Bangkok
Our first stay of the day was at the Sri Nakhon Khuean Khan Park, a peninsula surrounded by the Chao Phraya river, also known as the lung of Bangkok and best urban oasis of Asia. The area of 19km2 was established as a park in 1990 following an initiative of the Princess. The main goals of the later founded Park Center are to restore the biodiversity in the area, rehabilitate the forest, open the park as a learning space for visitors and provide areas for recreational activities for locals. Adhering to the guideline of sustainability, which comprises social, economic and ecological aspects, the park management, on the one hand, controls the implementation of it and, on the other hand, provides assistance for the local population. Even though the peninsula comprises an area of merely 12000 rai, 3 different ecosystems can be found there: the seasonally flooded forest, the mangrove forest and the lowland evergreen forest, with the local communities specialising and focusing on the preservation of the unique fauna and flora, such as the fireflies or cork trees.

Land ownership of the island is structured as follows: 10% belong to the state, while 50% are owned by the local communities and 40% have been purchased by private companies. In the beginning, there were attempts to buy the entire area from the communities on the part of the state. First relocations and compensation payments were conducted, but eventually only the above 10% could be purchased by the state. Those 10% could be primarily received because people sold their land as they felt urged to show respect to the royal family and their plan. The core activities of the management centre are: raising the awareness of local communities, replanting trees in the greenzone, motivating local people to participate in park-related activities, providing seedlings for the local population, managing the ecologically friendly tourism as well as organising activities with youth groups and schools.

Visiting local actors
After a short bike tour through the park, our next stay brought us to one of the local communities there, where we enjoyed not only a delicious lunch, but also a traditional dancing performance of local schoolgirls. In the following talk held by the manger of the local conservation group, we were informed that the community we visited is the only remaining group which still practices the traditional way of coconut cultivation. Even though this represents one opportunity to earn a living, the younger generation generally tends to work in the city of Bangkok. Due to this proximity to the city, there are financial interests of many investors and the pressure on the local communities is ever increasing. The conservation group, however, encourages the local population to deny the lucrative offers and to not sell their land. Even though rules exist saying that only 25% of every privately owned plant is approved for construction areas, financially sound investors find ways to circumvent those, build estates, which do not follow the local conventions, and thereby eventually establish gated communities. Besides these developments, we did not have the impression that the communities seemed intimated, but rather optimistic and motivated for further activities, one of these being the cooperation with academia to develop an ecological master plan for the area.

Species worth protecting
A further example of such a scientific cooperation is another village in the area which focuses on the preservation of fireflies. We had the opportunity to talk with the head of the local conservation group whose primary concern is to protect the sensitive ecosystem, especially the fireflies and to maintain the balance between tourism and these species.

Theres Scheiblauer & Stefanie Riegler

Die Klimaanlage – Freund oder Feind?

Erlebnisblog von Michael Daum und Lukas Gerbavsits

Schon seit der ersten Nacht in Bangkok ist die Klimaanlage ein treuer Wegbegleiter unserer Reise und sorgt für viel Gesprächsstoff. Da das tropische Klima in Thailand oft erdrückend sein kann, wirkt so eine Klimaanlage meist sehr erfrischend, jedoch kann es auch ganz anders kommen. Vor allem diese extremen und häufigen Wechsel zwischen gefühlten 40 °C im Freien und oftmals tiefst winterlichen Temperaturen in den Innenbereichen,  brachten einige StudentInnen ins Schwitzen und lehrten ihnen das Zittern zugleich. So musste man sich schon vor dem Einsteigen in den Van entscheiden, welche „Ausrüstung“ für den jeweiligen Tag am erfolgversprechendsten zu sein scheint, wobei es nur den wenigsten Studierenden gelang auf das richtige Pferd zu setzen. Auch die Platzwahl beim Betreten eines Seminarraumes musste strategisch durchdacht und schnell durchgeführt werden, weil uns bei fast allen Vorträgen die kalte Luft um die Ohren blies. Hierbei waren es die Plätze hinter dem Kühlgerät die für Begeisterung sorgten und Schutz vor der erbarmungslosen Kraft der Klimaanlage boten.

Doch nicht nur während den Vorträgen gab es gemeine Seitenhiebe von der eisigen Faust der Klimaanlage, auch in verschiedensten Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln hätte man sich gewünscht, den Koffer vom letzten Winterurlaub nicht vollständig entleert zu haben. Beobachtet man jedoch die Thais, bekommt man den Eindruck, dass sie, zumindest in Bezug auf die Raumtemperaturen, das Motto: „Je kälter, desto besser“ präferieren. Diese extreme Abkühlung in den Räumen könnte auch als Statussymbol angesehen werden, wobei der Wohlstand „gefühlt“ werden soll.

Auch am Schiff wusste man sich vor den eisigen Temperaturen zu schützen


Die Diskussionen rund um die Klimaanlage wurden innerhalb der Gruppe immer häufiger und lauter. Neben Ungereimtheiten in den Minivans kam es auch zu „Kämpfen“ in diversen Hotelzimmern. Während eine Person tropische Verhältnisse im Zimmer bevorzugt, um dadurch optimale Bedingungen für Moskito-Brutstätten zu schaffen, schien es bei der anderen Person darum zu gehen das Bier so kühl wie nur irgendwie möglich zu lagern.


Die Klimaanlage im Hotelzimmer - Der ultimative Test für gute Freundschaften


Abschließend ist festzuhalten, dass wir der Klimaanlage mit gemischten Gefühlen gegenübertreten. Zum einen sehnt man sich nach deren Frische und betet diese in gewissen Situationen an, zum anderen verflucht man deren arktischen Flair.  Wie so oft im Leben spielen hierbei die Situation, sowie persönliche Präferenzen übergeordnete Rollen, wobei die Thais über den Slogan „Weniger ist oft mehr.“ nachdenken könnten. Freund oder Feind? - wohl eine der am schwierigsten zu beantwortenden Fragen während dieser Exkursion. Bezüglich dieser Frage befindet man sich in Thailand oftmals in einer klassischen Zwickmühle und muss sich eingestehen, dass man weder mit noch ohne Klimaanlage leben kann.

„Es werde Licht!“ und es begann zu jucken


Ganz Bang Kachao ist von den Menschen besetzt. Ganz Bang Kachao? Nein! Eine Horde Glühwürmchen fand durch den Einsatz eines unbeugsamen Glühwürmchenaktivisten einen Ort, eine Kleintieroase in Form eines Gartens.

Wir schreiben den zweiten Tag b.H. (before Heimfahrt)
Der letzte Tagesordnungspunkt führte uns zu einem Glühwürmchenaktivisten und Erlebnisparkvisionär. Wir stiegen aus den Bussen, welche an diesem Tag nicht besonders dicht besetzt waren. Fünf Mitstudent/-innen waren bereits den Strapazen der Reise zum Opfer gefallen. Fischvergiftung, Durchfall und Darmbeschwerden führten zu herben Verlusten in der Exkursionsgruppe. 

Der physisch robuste Rest der Gruppe marschierte durch das große Eingangstor des Glühwürmchenareals und wurde von dem unfreundlichem Gebelle zweier Hunde – hmmm…ich glaub so sehen Hunde aus die Tollwut haben - begrüßt. Wir wurden in einen klassischen Präsentationsraum geführt. Was uns dort erwartete? Holzbänke, ein Buffet vor der Haustüre, Ventilatoren und ... ein BEAMER. Gabriel, Robert und ich realisierten sofort, dass es eine POWERPOINT Präsentation geben würde.


In der letzten Reihe schläft es sich bekanntlich am besten und unverzüglich wurde die Couch, welche hinter den säuberlich parallel hintereinander angeordneten Holzbänken stand, von Gabriel, Robert und mir besetzt.


Aufgepasst! Die POWERPOINT geht los.

Als ob der Glühwürmchenaktivist unsere körperliche Verfassung erahnt hätte, war die Länge der Powerpoint unserer Restaufmerksamkeitsspanne angepasst. Sie bestand aus 3 Folien und einem Video.

Das Video: Schwarzer Hintergrund? ... Noch immer schwarz … Da blinkt irgendwas … Ahhh das sind Glühwürmchen!

Folie 1: Fünf Bilder ...… es gibt anscheinend fünf verschiedene Arten von Glühwürmchen.

Der Text zu Folie 2 enthält unmoralische Inhalte und darf deshalb nur von Leser/-innen über 18 Jahren gelesen werden.

Folie 2: Ein Glühwürmchenmännchen liegt auf einem fetten Wurm. Der Glühwürmchenaktivist klärte uns darüber auf, dass es sich bei dem fetten Wurm um ein Glühwürmchenweibchen handelte. Eine Sexszene also. Die Information, dass Glühwürmchenweibchen nicht fliegen können (Wie auch? Viel zu dick) führte zu einem lauten, mitfühlendem ¨Maaaahhhhhhhh¨ unserer Kollegin Petra, welche anscheinend schon eine empathische Bindung zu den Glühwürmchen aufgebaut hatte.

Folie 3: Aufgrund der Längenbeschränkung des Blogs haben wir uns dazu entschlossen die Beschreibung von Folie 3 auszulassen. An dieser Stelle bitten wir SIE, die Leserschaft, kurz die Augen zu schließen, in sich zu gehen und sich auf das nun Kommende gefasst zu machen …


Der ERLEBNISPFAD:


https://www.dropbox.com/s/v1eoco2poncgmj2/Erlebnisspfad%20%28online-audio-converter.com%29.m4a?dl=0 



Dienstag, 2. August 2016

Vom Lächeln und anderen Kommunikationsschwierigkeiten


Die Bezeichnung „Land des Lächelns“ für Thailand ist eine, die in vielen Reiseprospekten, Reisführern oder Werbeheften gefunden werden kann. Nach fast einer Woche, die wir mittlerweile hier verbracht haben, wissen wir auch warum. Die Thais lachen oft und gerne. Aber was steckt eigentlich hinter diesem herzlichen Lächeln: verlegen sein, freundlich grüßen, auslachen, belächeln oder etwas lustig finden?
In der thailändischen Kultur ist es besonders wichtig, dass man höflich zu einem Menschen ist, wenn man ihn das erste Mal sieht (die Höflichkeit geht sogar soweit, dass aus der Not gespielte strategische Züge beim Billiard als unhöflich angesehen werden). Das Wae, die typische Begrüßung der Thais, bei der man die Hände faltet und mit dem Kopf nickt, wird immer von einem Lächeln an das Gegenüber begleitet. Obwohl dieses Lachen meist herzlicher und aufrichtiger wirkt, als man es bei uns gewohnt ist, stellt dies noch keinen deutlichen Unterschied zum westlichen Kulturkreis dar.
Anders sieht das mit einer anderen Form des Lachens aus. Wir sind auf unserer Reise immer wieder mit Verständigungsproblemen konfrontiert. Die sprachliche Barriere kann nicht immer durch Englisch überwunden werden und es muss zu anderen Kommunikationsmitteln gegriffen werden. Meistens wird mit Händen und Füßen gestikuliert, um sich dem anderen gegenüber verständlich zu
machen. Wenn die Information dann trotz Bemühungen nicht ankommt, so bekommt man von einem Thai meistens ein Lachen geschenkt. Schlussendlich bleibt jedoch die Ungewissheit, ob es sich bei dieser Reaktion nun um Zustimmung handelt, oder ob der andere nicht die geringste Ahnung davon hat, was man gerade gesagt hat.
Eine weitere Besonderheit stellt das Lachen aus Verlegenheit dar. Immer dann, wenn Thais etwas unangenehm ist oder die Person nicht weiß, was sie antworten soll, bekommt man ein Lachen geschenkt. Ein derartiges Erlebnis hatten wir zum Beispiel in dem Zug, der uns von Chiang Mai nach Ayutthaya gebracht hat. Da es in thailändischen Zügen notwendig ist, vor Antritt der Reise eine Reservierung abzuschließen, hatten wir alle einen fixen Platz. Nach etwa 5 Stunden Fahrt saß plötzlich eine alte Frau auf einem unsrer Plätze, während einer unserer Kollegen nur kurz auf der Zugstoilette gewesen war. Sie war überzeugt davon, dass sie hier richtig war und man spürte, dass sie sich über unsere Gruppe ärgerte. Unser Kollege beschloss aus diesem Grund, sich auf einen anderen Platz zu setzen und die Dame ungestört zu lassen. Nach einer weiteren Stunde Fahrt stiegen jedoch weitere Fahrgäste ein und der neue Sitzplatz musste wiederum geräumt werden. Daraufhin mussten wir die Dame mit dem Platzproblem konfrontieren. Sie war trotz Ticketvergleich sicher, dass sie am richtigen Platz sitzt und konnte erst vom Schaffner davon überzeugt werden, dass sie im falschen Waggon saß. Für uns als Beobachter dieser Szene war es besonders spannend, wie sich das Lächeln während dieser paar Minuten veränderte:
Am Anfang war es wohl eher ein Ausdruck von Verständnislosigkeit, dann war vielleicht ein wenig Misstrauen zu sehen. Im Anschluss daran konnte man schon ein wenig Ärger in den Augen erkennen, während das Lächeln noch immer auf den Lippen der Frau war, bis es sich nach Eingreifen des Schaffners in ein Lachen verwandelte, das entschuldigend Verlegenheit über das eigene Versehen suggerierte.
In dieser einen Szene beobachteten wir eine ganze Reihe von verschiedenen Arten des Lächelns, doch was mit welchem Lächeln wirklich gemeint ist, das wissen wohl nur die Bewohner des „Land des Lächelns“ selbst.

Theres Scheiblauer & Stefanie Riegler